| Musikerziehung
Musizieren macht schlau und beliebt So etwa
lassen sich die Ergebnisse einer Untersuchung der Universität
Berlin auf einen Punkt bringen. Nach wissenschaftlicher Untersuchung ist es wohl
tatsächlich so, dass sich Lernverhalten und Sozialverhalten bei Kindern,
die eine musikalische Ausbildung erhalten, besser entwickeln. So weist ein Einzelergebnis
nach, dass diese Kinder weniger häufig in Streitereien verwickelt sind und
insgesamt in ihren sozialen Gruppen beliebter, d. h. wohl wegen größerer
Ausgeglichenheit häufiger als Spielpartner angefordert werden. Auch auf das
Konzentrationsvermögen und die Lernausdauer soll eine musikalische Praxis
Auswirkungen haben. Diese
Erkenntnisse möchte die Pfefferackerschule für ihre pädagogische
Arbeit nutzen. Ab diesem Schuljahr bietet die Schule jeweils für die Erstklässler
eine musikalische Früherziehung an, die bis in das 2. Schuljahr fortgesetzt
wird. Da von den drei 1. Klassen bereits 40 Kinder angemeldet sind, wird die Schule
mit zwei Gruppen starten. Die Eltern sind über die positiven Auswirkungen
der Musikerziehung auf Lernhaltung und Gruppenverhalten von Lernanfängern
durch die Medien teilweise bereits informiert und nehmen das Angebot, das die
Schule im Vorfeld in gemeinsamen Veranstaltungen mit den Kindergärten vorgestellt
hatte, aufgeschlossen an, auch wenn das Angebot nicht zum Nulltarif möglich
ist. Möglich
wird das Angebot durch die Kooperation mit der städtischen Musikschule, mit
der die Grundschule durch die gemeinsame Nutzung des Gebäudes ohnehin seit
Jahren verbunden ist. Die Musikschule führt ihre Instrumentalkurse nachmittags
und abends in den Räumen der Pfefferackerschule durch, an denen auch viele
unserer Kinder teilnehmen. Organisatorisch waren die beiden Schulen an einer Zusammenarbeit
gewöhnt. Auch inhaltlich an einem Projekt zu arbeiten, lag daher nahe.
Geleitet werden die Kurse
von Frau Hirschfeld, die über große Erfahrung im Bereich der musikalischen
Früherziehung verfügt. Für die Lehrer der Musikschule ist die Zusammenarbeit
mit den Schulen in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten.
Sie sehen hier eine Möglichkeit, die Kinder über die musikalische Früherziehung
für ein Instrument zu interessieren, als Teilnehmer für einen Instrumentalkurs
zu gewinnen und damit letztlich den Fortbestand ihrer Arbeit zu sichern. Die zunehmende
Ganztagsorganisation der Schulen legt allerdings auch andere Angebotsstrukturen
nahe: Den Eltern ist es lieber, dass die Kinder wohnortnah an Angeboten in der
Schule teilnehmen, statt mit dem Auto fahren zu müssen.
Neben
der pädagogischen Förderwirkung betrachtet die Pfefferackerschule die
musikalische Früherziehung auch als Erweiterung des Nachmittagsangebots der
Schule. Neben dem Spiel- und Bastelangebot
gibt es bisher für die 25 nachmittags betreuten Kinder eine Hausaufgabenbetreuung
und über Kooperationspartner zwei Sportangebote. Vorrangig bei der Anmeldung
berücksichtigt wurden daher alle Erstklässler, die schon jetzt zur Nachmittagsbetreuung
angemeldet sind und die dann in der Zeit von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr ein weiteres
aktives Beschäftigungsangebot bekommen, das nicht nur Spaß macht, sondern
auch zum schulischen Erfolg beitragen wird. |